Viele haben mich gefragt, ob ich mich nicht fürchte, alleine ein Jahr weg zu sein und dann auch noch in Afrika.
Sachen, vor denen ich mich fürchten müsste, sind mir bis jetzt kaum begegnet. Im Gegenteil: Wenn man weiß, wo man sich an welche Menschen wenden kann (besonders beliebt bei Jacki und mir sind die "dicken Mamas", die einfach immer superlieb zu uns sind!), wird einem sofort geholfen.
So haben wir uns in den ersten Wochen oft verirrt und hatten nachher sogar Handynummern von Menschen, die uns einmal den Weg gezeigt haben, und uns anschließend ihre Nummer gaben...falls wir uns wieder verlaufen würden :-)!
Auch heute war ich mal wieder super überrascht von der Hilsbereitschaft mancher Menschen hier:
Auf dem Nachhauseweg im Matatu (so ähnlich wie ein VW-Bus, passen aber 14 kleine Sitze rein) saß ich an der Schiebetür. Irgendwie muss mein Handy aus meiner Tasche gefallen sein..dummerweise gerade, als das Matatu losfuhr, aber die Tür - wie sooft :-)- noch offen war. Der Condukter des Matatus (Jedes Matatu hat zwei Mitarbeiter, einen Fahrer und einen "Fahrgäste-anwerben-und-Geldeinsammler" - auch genannt Condukter) ist daraufhin aus dem fahrenden Matatu gesprungen und ca. 7 Meter zurückgerannt, um mir mein Handy zu holen...obwohl das Matatu ja schon fuhr! Für das Billighandy einer Fremden seinen fahrenden Arbeitsplatz verlassen, finde ich nicht nur mutig sondern auch wahnsinnig freundlich!
Ich hab dann völlig geschockt einfach versucht, die typische Condukter-funktion des "An-die-Wand-schlagens-damit-das-Fahrzeug-anhält" zu immitieren, und ganz oft und schnell gegen die Wand gehämmert. Zum Glück hat der Fahrer es mir abgenommen und hielt an und mein Handyretter konnte zurück ins Matatu kommen. Geld oder meine Nummer hat er auch nicht gefordert (was einen in Kenia nicht überrascht hätte), aber er war einfach nur hilfsbereit! :-)
Freitag, 21. September 2012
Mittwoch, 19. September 2012
Essen in unserem Haus
Nachdem ich immer viel über Erlebnisse und die Arbeit
geschrieben habe, dachte ich mir, auch ganz alltägliche Dinge wie Essen
unterscheiden sich ja von zuhause.
Eigentlich hat Nairobi alles, sage ich zumindest gerne. Und
es stimmt ja auch, theoretisch könnte ich im Supermarkt Gouda für ca. 13€
kaufen oder ein Miniglas Nutella für 7€. Ich könnte, wenn mich das vegetarische
Leben nervt, in ein gutes Restaurant gehen und dort problemlos ein leckeres Steak essen (das natürlich für "mal eben so" unbezahlbar ist). Ich könnte, wäre ich ein
Millionär und kein Volunteer J
Dass man sich selbst in Nairobi, einer Millionenstadt,
unglaublich einschränkt, habe ich erst jetzt gemerkt, als Claudia am Freitag
ankam. Sie arbeitet den nächsten Monat hier und wohnt bei uns im Gästezimmer.
Ein riesiger Vorteil für Jacki und mich, da sie uns netterweise nicht nur eine
riesige Milkaschokolade und Gummibärchen mitgebracht hat sondern auch ein
Mischbrot, Sauerteig, zwei Packungen Gouda sowie eine Packung Oliven. In
Deutschland esse ich nicht mal so gerne Käse, hier hat es plötzlich super geschmeckt
und wir haben den ersten schon vernichtet. Und erst dann fiel mir auf, wie sehr
ich gewöhnliches Essen aus Deutschland vermisse.
| Sukuma wiki..mein absolutes Lieblingsessen (nicht) |
| Reis mit Bohnen ist dagegen ein Festmahl :-) |
Aber eigentlich ist es für uns überhaupt kein Problem, da an allen Straßen kleine Stände sind, die frisches Gemüse , Obst, frisch gemachte Samosas (gefüllte, frittierte Teigtaschen) oder Mandazis (süße „Brötchen“, vom Geschmack ähnlich wie Mutzen) verkaufen, gleichen wir alles fehlende eigentlich gut aus und können uns nicht beschweren.
Und trotzdem dachte ich gestern beim Abendbrot, als plötzlich Oliven auf dem Tisch standen, wie gern ich gerade einfach nur mal eine Packung Hühnerfrikasee oder Fischstäbdchen hätte J
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